Spontaner Schuss zum Thronjubiläum
Zeitungsbericht aus der Gescherer Zeitung zum Vogelschießen am Montag
Richard Büger regiert mit Monika Kersting in Harwick
Gescher. Richard Büger heißt der neue König der St.-Ludgerus-Schützengilde Harwick. Mit dem 193. Schuss macht er am Montagmittag dem Vogel den Garaus, der zuvor bereits einen Riss bekommen hat. Zur Königin wählt er Monika Kersting. Von Florian Schütte

Als der Vogel um kurz nach 12 Uhr am Montagmittag mit dem 189. Schuss einen Riss bekommt, leer sich an der Harwicker Stange plötzlich der Weg zum Gewehr. Allen, die bis dato mitgeschossen haben, wird die Sache zu heiß – kurze Pause. „Der braucht höchstens noch drei bis fünf Schuss“, urteilt Schießmeister Dominik Winking. Er sollte recht behalten. Als dann Ehrenoberstleutnant Richard Büger aus der Menge hervortritt, schießt er mit dem 190. Schuss zunächst den Kopf des Vogels ab. Noch drei weitere Schüsse, und der Holzvogel ergibt sich. Die Menge johlt. „Jetzt muss ich heute Abend noch aufs Schützenfest. Da wollte ich ja gar nicht hin“, flachst die neue Majestät der St.-Ludgerus-Schützengilde Harwick freudestrahlend und wählt Monika Kersting zur Königin.

Was im Endeffekt eine spontane Entscheidung war, hat dennoch einen Anlass. „Meine Frau Gudula und Klemens Kersting waren vor 30 Jahren das Königspaar“, verrät Büger. „Damals hatte ich den vorletzten Schuss, jetzt war es der letzte“, grinst der neue König, der von seinem Vorgänger Udo Abel die Königskette umgehängt bekommt, während die scheidende Königin Andrea Meyer ihre Nachfolgerin krönt. Folglich komplettieren Klemens Kersting und Gudula Büger sowie Werner und Sabine Kersting als Ehrenpaare den Thron.
„Der Vogel sah gefährlich aus. Da dachte ich, ich erlöse ihn von seinem Leid.“
Schützenkönig Richard Büger
Die Feierlichkeiten haben bereits am Samstag begonnen. „Die Messe hat schon allen gut gefallen und Jung und Alt zusammengebracht“, berichtet Harwicks Präsident Thomas Kersting angesichts des Mottos „Gemeinsam feiern – Jung und Alt“. Bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal erinnerte Oberst Martin Koppers daran, „Verantwortung zu tragen: für Frieden statt Hass, für Dialog statt Gewalt, für Mitgefühl statt Gleichgültigkeit“, sagte Koppers.
Die Party abends im Zelt zur Musik der Band „Fachwerk“ sei ebenfalls super gewesen, so Kersting. „Am Sonntag mussten wir dann aufgrund des Platzregens das Antreten vom Rathausplatz ins Zelt verlegen“, erzählt der Präsident. Positiv überrascht sei er von der großen Beteiligung beim Antreten am Montagmorgen auf dem Hof Hummelt gewesen. Eine Besonderheit sei die gleichzeitige Einweihung der sanierten Kreuzstation durch Pfarrer Hendrik Wenning gewesen. „Für unsere Schützengilde ist sie seit vielen Jahren ein bedeutender Ort der Gemeinschaft“, so Kersting.
Nach 40 Jahren tritt Martin Koppers als Oberst zurück und mit ihm auch Oberstadjutant Martin Eßling. Wie ihnen dankte Thomas Kersting auch dem scheidenden König Udo Abel, der als Centurio der 2. Kompanie zurücktritt. Und schließlich gelte ein großer Dank auch allen Unterstützern von Kerstings Nikolaus-Aktion. Durch diese ist nun an der Schutzhütte in Harwick ein weiterer Defibrillator installiert worden.
